Besuch der Klassen M9 und 9a im KZ Mauthausen
Anfang November fuhren die Klassen M9 und 9a, begleitet von ihren Klassenlehrerinnen Frau Ölscher, Frau Buchner und Rektor Herrn Sperl in das Konzentrationslager Mauthausen in der Nähe von Linz/Österreich.
Schon der erste Eindruck war mehr oder weniger schockierend: eine riesige Festung mit hohen Mauern und Stacheldrähten.
Zuerst ging es für uns begrab, über die Todesstiege zum "Wiener Graben", einem riesigen Steinbruch. Über unzählige, verschiedene hohe und brüchige Treppen mussten die Gefangenen mit 5kg schweren Holzschuhen bis zu 50 kg schwere Steine schleppen. Oft wurden sie dabei auch noch von ihren Aufsehern geschuppst, so dass eine ganze Reihe von Häftlingen in einer Kettenreaktion diese Stiege hinabstürzte.
Umgeben ist der Steinbruch von einer hohen Felswand, im Jargon "Fallschirmspringerwand" genannt, weil sich dort viele Menschen freiwillig in den Tod stürzten oder gestürzt wurden.
Völlig außer Atem kamen wir, obwohl gesund, satt und mit gutem Schuhwerk ausgestattet, wieder im eigentlichen KZ - Gelände an, wo unsere zwei Guides auf uns warteten.
Nach der Besichtigung der Denkmäler, die von allen betroffenen Ländern aufgestellt wurden, ging es zunächst zum Appelplatz mit der Klagemauer. Hier wurden den neu angenommenen Häftlingen ihre Kleidung und persönlichen Erinnerungsstücke abgenommen und sie mussten bei jeder Witterung halbnackt mit dem Blick zur Wand stehen, manchmal stundenlang. Viele Häftlinge waren in Baracken untergebracht: rund 50 Betten standen in einem Raum, vier Leute teilten sich ein Bett, viele lagen einfach auf dem Boden.
Anschließend ging es weiter in den schrecklichen unterirdischen Bereich.
Sprachlos standen wir in der Gaskammer, einem kleinen Raum, der aussah, wie ein Duschraum. Hier wurden 80 ahnungslose Leute zusammengepfercht und mit dem Gas Zyklon B aus verdeckten Rohren in der Wand in einer rund 20 Minuten dauernden Prozedur vergast.
Die Leichen wurden entweder in den Sezierraum, ins Krematorium oder zu Massengräbern gebracht.
Wir waren alle froh, als wir diesen Bereich, in dem sich auch noch weitere Hinrichtungsräume befanden, verlassen konnten.
Den Abschluss unserer Besichtigung bildete das Museum. Hier sind Hunderte von Bildern und Schautafeln ausgestellt, die erschreckend verdeutlichen, wie unmenschlich die Konzentraionslager waren.
Wir alle waren uns einig, dass diese Fahrt für uns sehr informativ und wichtig war. Eine Schülerin fasste das zusammen, was wir alle empfanden: "Ich hätte nie gedacht, dass das einem so unter die Haut geht!"
(Klasse M9)
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